Kleinstädte in der Ukraine

CrimeaSOS stellt nicht nur direkte Assistenz für IDPs in Lwiw und anderen Städten, sondern ist auch ein Multiplikator für deren Selbstorganisation. Dies bedeutet, dass die Kolleg*innen viel in der westlichen Ukraine reisen und sich mit Arbeitskreisen treffen, um so die Bedürfnisse von IDPs abschätzen zu können. Bei einigen dieser kurzen Reisen durfte ich mitkommen und so einen kleinen Einblick in die ukrainischen Kleinstädte bekommen.

Kleinstädte, die ich in meiner Zeit hier in der Ukraine erleben dürfte, waren die Städte Kolomyja, Czernowitz und Riwne. Was natürlich sofort auffällt, ist die sich verringernde Anzahl an Englisch sprechenden Ukrainer*innen. Es zeigt sich, dass es hier oft der Tourismus ist, der es für Angestellte in Cafés und Restaurants notwendig macht die Sprache zu lernen und es nicht Ergebnis von einem guten Sprachunterricht in der Schule ist. Auch die Altersstruktur der kleinen Städte ohne Universität ist eine andere als die von Städten wie Lwiw. Auf den Straßen von Städten wie Kolomyja und Riwne sieht man vor allem sehr junge Menschen oder 30+. Für Menschen in Ausbildung bieten diese Städte einfach keine Möglichkeit. Czernowitz ist eine Universitätsstadt und daher nicht von einem solchen Fluch befallen.

Die „unsexiness“ dieser Städte für Menschen aus der Westukraine macht die Wohnungspreise verhältnismäßig billig und zieht daher viele IDPs an. Dies führt zu einem regelrechten Aufwind für diese Städte, die anderweitig langsam ausbluten würden. Gut ausgebildete Geflüchtete engagieren sich in der lokalen Community und bereichern das kulturelle Leben dieser Städte. Viele versuchen darüber hinaus durch  Start-ups ihre Lebenssituationen zu verbessern und kurbeln so die regionale Wirtschaft an. CrimeaSOS hilft IDPs mit Ideen, aber auch mit praktischer Weiterbildung. Was auffällt ist, dass viele IDPs mit viel Energie daran arbeiten sich eine Perspektive in der Region zu erarbeiten.

Die Städte brauchen dies um selbst eine Perspektive zu haben. Die Bausubstanz der Innenstädte ist gut, überall sind sehr schöne k.u.k-Gebäude, nur hindert die Ignoranz der Kleinstadtbewohner*innen daraus etwas zu machen. In einer Stadt wie Kolonyja sieht man wunderbare Gebäude, die durch Reklameschilder bis zur Unkenntlichkeit verschandelt sind.

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